Apple wird „weich“, startet in das nächste Jahrzehnt oder geht den Bach runter

Ich hatte erwartet, dass Apple auf seinem Frühjahrs-Event beliebte Hardware-Produkte wie AirPower und iPhone SE 2 vorstellen würde, aber stattdessen aktualisierte Apple sein reguläres Lineup lange vor Beginn des Events, ohne Überraschungen und ohne beliebte Produkte.

Wie Cook zu Beginn der Veranstaltung sagte, dreht sich bei der heutigen Veranstaltung alles um Dienstleistungen“, mit anderen Worten: Apples Frühjahrsveranstaltung steht unter dem Motto All In Services“.

Ich bin sicher, dass dies viele Leute überrascht hat – Apple war schon immer ein Hardware-Unternehmen, ob es nun der McIntosh-Computer vor 20 Jahren, der iPod vor 15 Jahren oder das iPhone vor 10 Jahren war, Apple hat immer ein Vermögen mit dieser Hardware gemacht.

Warum also ist Apple plötzlich All In Services und wie geht es für Apple nach All In Services weiter?

Die Lebensdauer des iPhones nimmt ab und die Nachfolge-Hardware ist unerreichbar

Wie wir alle wissen, brachte Apple 2007 die erste Generation des iPhones auf den Markt und eröffnete damit die Ära des mobilen Internets. Gleichzeitig erhielt Apple durch das iPhone ein positives Feedback vom Markt und der Industrie, was dazu beitrug, dass sich Apple zum führenden Technologieunternehmen entwickelte.

IDC-Daten (Quelle: IDC)

Zehn Jahre nach der Markteinführung des iPhones beginnen jedoch sowohl das Produkt, das iPhone, als auch der Mobilfunkmarkt insgesamt zu schrumpfen. Laut IDC-Daten wurden im vierten Quartal 2018 weltweit insgesamt 375,4 Millionen Smartphones ausgeliefert, was einem Rückgang von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und das fünfte Mal in Folge ist. vierteljährlichen Rückgang der Smartphone-Lieferungen.

IDC-Daten (Quelle: IDC)

Obwohl Apple im September letzten Jahres auf einen Schlag drei neue iPhones auf den Markt gebracht hat, sind die iPhone-Lieferungen im vierten Quartal 2018 um 11,5 % und im gesamten Jahr um 3,2 % gesunken.

Apples Ergebnisse für Q4 2018 (Quelle: Apple)

Laut Apples Gewinnzahlen für das vierte Quartal 2018 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 62,9 Milliarden US-Dollar, wovon die Dienstleistungssparte, zu der Softprodukte wie der App Store, Apple Musi und iCloud gehören, im vierten Quartal 10 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete und damit fast ein Sechstel des Gesamtumsatzes ausmachte, verglichen mit nur 8,5 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 17,6 % – und da ist die neueste Version der Abonnementdienste noch nicht mitgerechnet.

Mit über 1,4 Milliarden aktiven Nutzern des iPhones und vieler seiner Produkte, die eine starke Nachfrage nach den vier Apple-Abonnements haben, ist Apple auch in Bezug auf die Abonnentenzahlen einzigartig positioniert und kann ganz einfach den Rahmen sprengen, um erhebliche Einnahmen zu erzielen.

Die Analysten von Piper Jaffray sind der Meinung, dass Apples Abo-Dienste viel Geld wert sind, vielleicht sogar mehr als das Hardware-Geschäft des iPhone-Herstellers.

Nirwana bedeutet nicht unbedingt Wiedergeburt

Auch wenn es den Anschein hat, dass der Abonnementdienst von Apple sehr vielversprechend ist, so steht er doch einer sehr starken Konkurrenz gegenüber, wenn man die Details betrachtet.

Apple News+

Obwohl die meisten Menschen inzwischen daran gewöhnt sind, Nachrichten auf ihren elektronischen Geräten zu lesen, lesen laut einer Studie 67 % der Menschen Nachrichten immer noch hauptsächlich über soziale Medien und nicht über eine spezielle Abonnement-Software.

Und obwohl es Apple gelungen ist, große Namen wie die New York Times und das Wall Street Journal an Bord zu holen, ist das Unternehmen sehr wortkarg, wenn es um den Datenschutz geht, der eine wichtige Einnahmequelle für die Medien darstellt und natürlich gegen Apple gerichtet ist.

Netflix, Amazon und Hulu

Im Bereich Video will Apple zwar auch originell sein, hat aber keinen großen Vorteil gegenüber den drei Bergen von Netflix, Amazon und Hulu.

Obwohl Apple bei der Herstellung von technologischer Hardware völlig im Vorteil ist, gehört das Unternehmen in der Film- und Fernsehbranche zum Bereich der Kunst. Selbst mit einer ausreichenden Nutzerbasis ist Apple nicht unbedingt in der Lage, Spielfilme zu produzieren, die ein breites Publikum ansprechen und hohe Einschaltquoten erzielen.

Letztendlich sind News+, Apple Card, Apple Arcade und Apple TV+ nicht dasselbe wie frühere Geschäftsbereiche wie der App Store und Apple Musi – erstere sind für die Produkte von Apple nicht so relevant wie letztere, weshalb letztere vom Erfolg der letzteren profitieren können. Ersteres ist für Apple-Produkte nicht so relevant wie letzteres, weshalb das Unternehmen sein Geschäft mit dem iPhone ausbauen konnte.

Unternehmen wie News+ verdienen ihr Geld in erster Linie mit der Nutzerbasis von Apple-Geräten wie dem iPhone, und die nachfolgenden Inhalte sind nicht sehr stark an das iPhone gebunden.

Wenn Apple also auf Abonnementdienste setzen will, um in der Post-iPhone-Ära den Durchbruch zu schaffen, hat es noch einen langen Weg vor sich.

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