CES2022: TCL steigt ins Rennen um die metaverse AR-Brille ein

TCL ist für seine Fernsehgeräte bekannt und möchte nun mit einem neuen Konzept für intelligente Brillen ins Rampenlicht treten, das noch vor der International Consumer Electronics Show 2022 angekündigt werden soll. Der chinesische Elektronikhersteller schließt sich Tech-Giganten wie der Facebook-Muttergesellschaft Meta, Microsoft, Oppo, Snap und Apple an, um das Potenzial von Augmented und Virtual Reality zu erforschen.

Ein Teaser-Video für die intelligente Brille von TCL zeigt, wie sie für Videokonferenzen verwendet wird, wie sie Richtungen in der Umgebung anzeigt, wie sie Fotos aufnimmt und weitergibt, wie sie mit mehreren virtuellen Displays arbeitet und sogar ihr Auto startet.

Die Brille von TCL verfügt über ein binokulares Miniatur-LED-Farbdisplay, das zur Anzeige von Informationen und Bildern die optische holografische Wellenleitertechnologie nutzt. Waveguide ist eine Technologie, die häufig in AR-Smartbrillen wie der kürzlich veröffentlichten Air Glass von Oppo verwendet wird und bereits 2013 in Brillen von Nokia und Vuzix zu finden war. Die Konzeptbrille von TCL verfügt über ein Touchpad auf der rechten Seite zur Navigation und wird von einem Qualcomm 4100-Prozessor angetrieben.

TCL nennt das Konzept XR-Brille, was darauf hindeutet, dass sie Elemente von Augmented Reality und Virtual Reality kombinieren wird. Augmented-Reality-Technologie zeigt digitale Bilder in Ihrer realen Umgebung an, während Virtual-Reality-Headsets Ihre Umgebung durch computergenerierte Bilder ersetzen. Das Oculus Quest 2 von Meta ist ein Beispiel für ein VR-Headset, während Geräte wie das Magic Leap One und Google Glass AR-Headsets sind.

Das neue Konzept unterscheidet sich deutlich von der intelligenten Brille NxtWear G von TCL, die als tragbarer, tragbarer 140-Zoll-Bildschirm zur Unterhaltung gedacht ist. Auf der CES 2022 kündigte das Unternehmen außerdem eine leichtere Version dieser Brille an, die NxtWear Air.

Der Prototyp einer intelligenten Brille von TCL scheint einige der Aufgaben von Smartphones und Laptops übernehmen zu können. In gewisser Weise sehen sie wie eine verfeinerte Version von Google Glass aus, das bei den Verbrauchern nie Anklang fand und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufkommen ließ. Fast 10 Jahre sind seit der Veröffentlichung von Google Glass vergangen und wir haben immer noch keine kommerziell erfolgreiche Brille gesehen. (Google änderte schließlich seine Herangehensweise an Glass und richtete sich an Unternehmenskunden).

Stefan Streit, Chief Marketing Officer von TCL, ist sich der Herausforderungen bewusst, die mit der Entwicklung eines neuartigen tragbaren Computers verbunden sind. Aus diesem Grund befindet sich die intelligente Brille des Unternehmens derzeit nur im Konzeptstadium. Das Unternehmen ist noch dabei, wichtige Details auszuarbeiten – etwa wie die Schnittstelle funktionieren soll und welche Arten von Diensten und Apps sinnvoll sind -, aber es berücksichtigt auch Fragen des Datenschutzes, die dazu beitragen könnten, die Kritik an Google Glass zu vermeiden.

Wir haben das Gefühl, dass es noch viele Fragezeichen gibt, wie es in dieser AR-Welt funktioniert, sagte Streit zu CNET. Und auf diese Fragen gibt es noch keine Antworten.

Kopfgetragene Computer wie Virtual-Reality-Brillen sind noch lange nicht so allgegenwärtig wie Smartphones, aber die Branche wächst sicherlich. Nach Angaben der International Data Corporation stieg der weltweite Absatz von VR-Headsets allein im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 52,4 Prozent, unter anderem dank der Beliebtheit von VR-Spielen und Fitness-Apps. Nach Angaben von IDC ist Meta mit einem Marktanteil von fast 75 Prozent derzeit der größte Anbieter in der Branche.

Während TCL für seine Fernsehgeräte bekannt ist, ist das Unternehmen noch relativ neu auf dem Smartphone-Markt in den USA, der größtenteils von Apple und Samsung dominiert wird. Die Einführung der AR-Smart-Brille, selbst als Konzept, deutet darauf hin, dass TCL die nächste große Entwicklung im Bereich Personal Computing nicht verpassen möchte.

Die Muttergesellschaft von Snapchat, Snap, hat im Mai ebenfalls eine AR-Brille auf den Markt gebracht, die 3D-Effekte auf die Umgebung des Trägers abbildet, und Meta, die im September eine Fotobrille namens Ray-Ban Stories auf den Markt gebracht hat, sieht dies als einen Schritt in Richtung einer ehrgeizigeren AR-Brille. Laut Bloomberg soll auch Apple an einer AR-Brille arbeiten, die allerdings erst in einigen Jahren auf den Markt kommen könnte.

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